Landeshauptstadt München: Wirkungsorientiert steuern – für mehr Bildungsqualität und Chancengerechtigkeit
Um was geht es? Konzept und Einordnung ins DKBM
Qualitätsentwicklung ist ein zentraler Baustein für zielgerichtetes kommunales Handeln im Bildungsbereich. Strategien und Maßnahmen entfalten nur ihre Wirkung, wenn sie überprüft und fortgeschrieben werden. Doch wie lässt sich Wirkungsorientierung ins kommunale Bildungsmanagement implementieren?
Das Referat für Bildung und Sport der Landeshauptstadt München entwickelt im Rahmen der Förderung im ESF-Plus-Programm „Bildungskommunen“ ein Gesamtkonzept für eine wirkungsorientierte Steuerung – mit klaren Zielen, praxisnahen Tools und Raum für Austausch. Dieses Gesamtsystem richtet Projekte und Maßnahmen des Referats konsequent auf deren Wirkung aus und integriert bzw. stärkt bestehende Ansätze wirkungsorientierter Steuerung. Dabei stehen zunächst die freiwilligen Leistungen des Referats im Vordergrund, die vor allem der Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit dienen. Als langfristige Ziele werden dabei angestrebt, ein im Referat für Bildung und Sport geteiltes Verständnis von wirkungsorientierter Steuerung zu entwickeln und eine wirkungsorientierte Organisationskultur zu schaffen.
Den inhaltlichen Rahmen dafür bildet die Leitlinie Bildung 2024 der Landeshauptstadt München, die in einem dreijährigen partizipativen Prozess entwickelt und 2025 verabschiedet wurde. Die hierin festgehaltene Vision der Landeshauptstadt München, Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit für alle Münchner:innen herzustellen, ist auch für die wirkungsorientierte Steuerung handlungsleitend.
Wie läuft es konkret ab? Umsetzung und Ausgestaltung
Um die Wirkungsorientierung im Referat für Bildung und Sport der Landeshauptstadt München weiter zu stärken, haben sich die verschiedenen Geschäftsbereiche des Referats zusammen mit der Referatsleitung im Mai 2025 auf ein gemeinsames Vorgehen verständigt. Der Prozess wird von der Stabsstelle für Strategisches Bildungsmanagement und Monitoring gesteuert.
Wie sehen die konkreten Bausteine aus?
Entwicklung eines Gesamtkonzepts für die wirkungsorientierte Steuerung im Referat für Bildung und Sport: Das Gesamtkonzept zur wirkungsorientierten Steuerung wird gemeinsam erarbeitet und von allen Geschäftsbereichen mitgetragen. Ende 2025 hat hierzu ein strukturierter Diskussionsprozess innerhalb des Referats begonnen, um ein gemeinsam getragenes und breit akzeptiertes Gesamtkonzept zu entwickeln, in das auch die Expertisen und Sichtweisen der unterschiedlichen Geschäftsbereiche Eingang finden. Die Federführung hierfür hat eine geschäftsbereichsübergreifende Arbeitsgruppe übernommen. Ihre Mitglieder wurden in einem partizipativen Prozess in Abstimmung mit den Geschäftsbereichsleitungen bestimmt. Ende 2026 soll ein erster Konzeptentwurf vorliegen.
Aufbau einer Toolbox: Um gute Praxis beispielhaft weiterzugeben, wird eine Toolbox „von der Praxis für die Praxis“ aufgebaut, die kontinuierlich wächst. Schon jetzt stehen darin hilfreiche Tools bereit, z. B. ein Leitfaden zur wirkungsorientierten Projektplanung und -durchführung, ein Gliederungsvorschlag für die Konzepterstellung, ein Template für eine „Wirktreppe“ sowie Beispiel-Fragebögen, die in verschiedenen Maßnahmen zum Einsatz kommen. Die Rückmeldungen aus der Verwaltung sind sehr positiv. Die Tools werden als hilfreiche Instrumente geschätzt, beim Aufsetzen eigener Projekte verwendet und um weitere, bestehende Instrumente ergänzt.
Begleitung und Unterstützung von Projekten in ihrer Wirkungsorientierung: Die Stabsstelle Strategisches Bildungsmanagement und Monitoring begleitet eine Reihe von Projekten und Maßnahmen, um deren Planung und Umsetzung konsequent auf Wirkung auszurichten – darunter auch die neuen Leitprojekte der Leitlinie Bildung 2024. So wurde z. B. für ein Projekt im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung eine Wirklogik hinsichtlich unterschiedlicher Zielgruppen erstellt und auf dieser Grundlage eine Befragung entwickelt und durchgeführt.
„Im Projekt ‚Zukunft gestalten im Quartier‘ können wir anhand der Wirktreppe und durch die Unterstützung, die wir für die Durchführung einer Befragung von Akteur:innen in Quartier erhalten haben, die Maßnahmen noch zielgerichteter ausrichten.“ –Zitat Projektleitung–
Im Bereich von Bildung im Quartier / BildungsLokale, wurde eine Befragung zum Format „Runder Tisch Schulleitungen“ entwickelt und durchgeführt, um die einrichtungsübergreifende Gremienarbeit im Quartier zu optimieren. Der Entwicklungsprozess wurde auch durch die REAB Bayern begleitet.
„Die Beratung zur Entwicklung und Umsetzung einer Befragung von Schulleitungen war für uns sehr wertvoll. Wir können unsere sozialraumorientierte Gremienarbeit hierdurch noch stärker bedarfsorientiert gestalten.“ –Zitat Fachbereichsleitung–
Im Kontext der bedarfsorientierten Ressourcensteuerung der Landeshauptstadt München sind für verschiedene Maßnahmen Konzepte nachgeschärft, Befragungen durchgeführt und wirkungsorientierte Berichte erstellt worden. Auch in weiteren Bereichen wurde zu Evaluationen und Befragungen beraten, wie z. B. bei der Inklusiven Schulentwicklung und der Kooperativen Ganztagsbildung. Die Stabsstelle Medienpädagogische Steuerung ist in ihrer Strategieentwicklung wirkungsorientiert beraten worden, sie hat den Ansatz als Querschnittsthema implementiert. Darüber hinaus gab es weitere Projekt-/Bereichsberatungen und auch über die Referatsgrenze hinweg gab es bereits Anfragen.
Die gewonnenen Erfahrungen werden in die geschäftsbereichsübergreifende Arbeitsgruppe zur wirkungsorientierten Steuerung zurückgespiegelt. Gleichzeitig werden ein Multiplikator:innensystem sowie eine Austauschplattform entwickelt, damit sich Kolleg:innen untereinander vernetzen und voneinander lernen können.
Was ist hilfreich bei der Umsetzung? Förderliche Bedingungen
Der Ansatz der wirkungsorientierten Steuerung trifft bei den Kolleg:innen im Referat für Bildung und Sport auf großes Interesse und offene Ohren – es gibt eine große Bereitschaft, die verschiedenen Leistungen noch stärker auf deren Wirkungen hin auszurichten.
Sowohl die Referatsleitung als auch die Geschäftsbereichsleitungen stehen hinter dem Ansatz der wirkungsorientierten Steuerung.
Das Projektteam hat von Anfang an verschiedene Projekte und Maßnahmen in ihrer wirkungsorientierten Ausrichtung begleitet – hierdurch lagen früh gute Praxisbeispiele aus dem eigenen Haus vor.
Der Diskussionsprozess zu den Erfahrungen und Erwartungen ist im Referat breit und partizipativ angelegt: eine geschäftsbereichsübergreifende Arbeitsgruppe begleitet und unterstützt den Prozess.
Es gibt Austauschformate, z. B. eine eigene WoS@RBS-Gruppe auf der verwaltungsinternen Austauschplattform für den gegenseitigen niedrigschwelligen Austausch sowie ein gemeinsames Laufwerk, auf das alle Zugriff haben, und auf dem zentrale Dokumente, die Toolbox etc. verfügbar sind.
Die wirkungsorientierte Steuerung wird mit bestehenden Prozessen und Ansätzen verzahnt, z. B. mit dem „New Work“-Ansatz der Landeshauptstadt München.
Nutzen und Mehrwert
Die wirkungsorientierte Steuerung stärkt den Fokus auf die Umsetzung der kommunalen strategischen Ziele und damit auf ein kohärentes, auf die Ziele ausgerichtetes, wirkungsorientiertes strategisches Bildungsmanagement.
Den Blick konsequent auf die Wirkungen bei den Zielgruppen zu richten schafft mehr Ergebnisorientierung.
Befragungen ermöglichen zusätzliche, wertvolle Erkenntnisse, die sich auf die Projektentwicklung auswirken.
Mittel- bis langfristig können Ressourcen noch effizienter als bisher eingesetzt werden, indem vor allem die Maßnahmen gestärkt werden, die sich mit Blick auf die Zielgruppen als wirkungsvoll erwiesen haben.
Der Mitteleinsatz erfährt eine nachvollziehbare und belegbare Legitimierung nach innen und außen.
Kontakt
Dr. Sandra Mittag-Bornmann
Dr. Marie Lichtenberger
Landeshauptstadt München
Referat für Bildung und Sport
Büro der Referatsleitung
Stabsstelle Strategisches Bildungsmanagement und Monitoring
s.mittag-bornmannmuenchen.LÖSCHEN.de
bildungskommunemuenchen.LÖSCHEN.de
Text: Dr. Sandra Mittag-Bornmann, Landeshauptstadt München
Foto München: AdobeStock/Kavalenkava; Grafik erstellt mit Canva