Alle ziehen an einem Strang – Ausbau der Ganztagsbetreuung in der Stadt Schwabach
Um was geht’s? Ausgangslage und Einordnung in das DKBM
Seit 2021 plant das Bildungsbüro in der Stadt Schwabach langfristig und weitsichtig den quantitativen und qualitativen Ausbau der Ganztagsbetreuung von Grundschulkindern vor dem Hintergrund des Rechtsanspruchs ab 2026. Die verschiedenen Elemente des datenbasierten kommunalen Bildungsmanagements (DKBM) wie Strategie, Koordination, Kooperation mit verwaltungsinternen und -externen handelnden Personen sowie Datenbasierung und Qualitätsentwicklung kommen dabei ganz konkret zum Tragen.
- Die explizite Orientierung an den Prinzipien des DKBM hat ein systematisches, strategisch kluges Vorgehen unter Einbezug verschiedener verwaltungsinternen und externen Akteure und Akteurinnen ermöglicht.
- Es wurde eine ämterübergreifende Projektgruppe unter Federführung des Bildungsbüros eingerichtet.
- Dieses planvolle Vorgehen kann auch in anderen Bereichen und zu anderen Themen in entsprechender Weise umgesetzt werden.
Wie läuft/ lief es konkret ab? Umsetzung und Ausgestaltung
Nach einem entsprechenden Auftrag des Oberbürgermeisters Peter Reiß startete Mitte 2021 eine verwaltungsinterne ämterübergreifende Projektgruppe unter der Koordination des Bildungsbüros, die ein strategisches Vorgehen für den quantitativen und qualitativen Ausbau der Ganztagsbetreuung von Grundschulkindern erarbeitete. Dafür wurden notwendige Teilschritte in zwei Projektphasen bis Mitte 2026 geplant. Auch die Beteiligung von verwaltungsexternen Akteuren wie Schulleitungen und Trägern wurde von Beginn an angestrebt.
Im Rahmen der 1. Phase analysierte das Bildungsbüro den Ist-Zustand der Ganztagsbetreuung von Grundschulkindern in der Stadt Schwabach. Auf Grundlage dieser Analyse sowie einer Bedarfsbefragung bei Eltern wurde die anzustrebende Betreuungsquote von 85 Prozent differenziert nach konkreten Betreuungsarten (20 Prozent gebundener Ganztag, 25 Prozent Hort und 55 Prozent offener Ganztag, vgl. Infokasten unten) definiert und über einen Stadtratsbeschluss im September 2022 als Leitlinie für das weitere Vorgehen gesetzt.
Für die Schaffung der rund 500 neuen Betreuungsplätze wurden die hierfür notwendigen Schritte in der 2. Phase, die bis Ende Juni 2026 terminiert ist, geplant. Darunter fallen sprengelbezogene Standortanalysen, Entscheidungen und Planungen über die Umwandlung der bisherigen Mittagsbetreuungen an drei Grundschulen und notwendige bauliche Maßnahmen. Außerdem wird die qualitative Weiterentwicklung der Ganztagsbetreuung angegangen.
Ein Meilenstein hierfür wurde mit dem Format des Werkstattgesprächs erreicht. Dabei kommen die relevanten Entscheidungsträger wie verwaltungsinterne Projektgruppe, Schulleitungen, Träger sowie die Ganztagskoordinatorin der Regierung von Mittelfranken auf Initiative und unter der Moderation des Bildungsbüros zusammen. Zentral sind die Klärung des jeweiligen Informationsbedarfs, das persönliche Kennenlernen sowie die Abstimmung zu qualitativen Aspekten, die bei baulichen Maßnahmen berücksichtigt werden sollen. Weitere Werkstattgespräche zu thematischen Schwerpunkten wie beispielsweise Ferienbetreuung sind geplant.
Was war hilfreich bei der Umsetzung? Förderliche Bedingungen
- der Auftrag des Oberbürgermeisters zu Beginn
- die Etablierung einer Projektgruppe, deren ämterübergreifende Zusammensetzung sowie der engmaschige und ausführliche Austausch innerhalb der Gruppe
- Stadtratsbeschlüsse, die für bauliche Maßnahmen zwar grundsätzlich vorgesehen sind, für Betreuungsquoten aber nicht zwingend notwendig sind, waren strategisch klug, um für das weitere Vorgehen eine verlässliche und verbindliche Grundlage zu schaffen
- die Beteiligung externer Akteure wie Schulleitungen und Trägern sowie ihre Versorgung mit relevanten Informationen
Welchen Nutzen/ Vorteile gibt es für Bildungsbüros? Mehrwerte im Sinne des DKBM
- Die ämterübergreifende Arbeit des Bildungsbüros konnte intensiviert werden.
- Durch die eigene Erhebung kamen Bürgerinnen und Bürger in direkten Kontakt mit dem Bildungsbüro.
- Dadurch wurde das Bildungsbüro sowohl innerhalb als auch außerhalb der Verwaltung sichtbarer und ist in seinem Ansehen gestiegen.
- Die Rolle der Koordination dieser kommunalen Pflichtaufgabe konnte als Türöffner genutzt werden, um Schwerpunkte wie Qualität in der Ganztagsbetreuung zu fokussieren.
„Auf genuine Aufgaben des Bildungsbüros wie die Förderung der Bildungsgerechtigkeit und der Qualität im Ganztag – das heißt, auch Inklusion und Sprachförderung von Anfang an mitzudenken – konnte in der Rolle als Projektleitung gut hingewirkt werden. Auch die Vernetzung mit Trägern und Vereinen – vor allem aus dem Sportbereich – wurde für die Kooperation im Ganztag angestoßen. Als nächstes ist das auch für bürgerschaftliches Engagement sowie für den kulturellen Bereich geplant.“
Jessica Kardeis, Bildungsmanagerin der Stadt Schwabach
Kontakt
Bildungsbüro Schwabach,
Schul- und Sportamt
Jessica Kardeis
Eisentrautstraße 2, 91126 Schwabach
jessica.kardeisschwabach.LÖSCHEN.de
09122 – 860 151
Text: Ulrike Benzer, REAB Bayern
Fotos: Jessica Kardeis, Bildungsbüro Stadt Schwabach, Titelbild erstellt in canva
Logos: Stadt Schwabach
Infobox: Betreuungsarten im Ganztag
⇒ offener Ganztag: Der Unterricht findet am Vormittag im Klassenverband statt. Schülerinnen und Schüler, deren Erziehungsberechtigte dies wünschen, besuchen nach dem stundenplanmäßigen Unterricht Ganztagsangebote. Diese finden auch in klassen- und jahrgangsstufenübergreifenden Gruppen an mindestens vier der fünf Wochentage statt. Es besteht die Möglichkeit, dieses Angebot regelmäßig auch nur an bestimmten Tagen in Anspruch zu nehmen. Das Angebot liegt im Verantwortungsbereich der Schule.
⇒ gebundener Ganztag: Die Schülerinnen und Schüler verbringen verpflichtend an 4 von 5 Tagen in der Regel von 8 bis 16 Uhr gemeinsam im festen Klassenverband. Dabei ist der Unterricht auf Vormittage und Nachmittage verteilt. Übungs- und Studierzeiten sowie sportliche, musische, künstlerische und Freizeitaktivitäten wechseln sich ab und sind konzeptionell aufeinander abgestimmt. Das Angebot liegt im Verantwortungsbereich der Schule.
⇒ Hort: pädagogische Bildungs- und Betreuungsangebote mit verlässlicher Hausaufgaben- bzw. Studierzeit im Anschluss an den Unterricht in klassen- und ggf. schulübergreifenden Gruppen. Das Angebot liegt im Verantwortungsbereich der Kinder- und Jugendhilfe. Oftmals werden Räumlichkeiten außerhalb des Schulgeländes genutzt.
vgl.: Bayerisches Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales, Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus (2024): Rechtsanspruchserfüllende Angebote zur ganztägigen Bildung und Betreuung von Kindern im Grundschulalter, zum Download unter www.stmas.bayern.de/ganztagsbetreuung/index.php (Stand: 7.1.2025)